Schreiben mit Scrivener

Manchmal interessieren sich meine Leser dafür, welche Software ich für die Autorentätigkeit einsetze. Die Antwort darauf möchte ich gerne in diesem Blog geben.

Arbeitet man an einer Romanserie, dann entstehen fast automatisch verschiedenste Anforderungen. Ein verlässliches Schreibwerkzeug ist natürlich die Basis, also ein Textprogramm. Manche Kolleginnen und Kollegen verwenden auch so genannte Markdown-Editoren, minimalistische Programme, die das Wesentliche zum Schreiben beinhalten. Eine Sammlung ist wichtig, vielleicht eine Datenbank oder Ablage, in der man Ideen und Recherchen verstauen kann. Ein Glossar, Charakterdatenblätter, ein Exposé, das man entwickelt. Bilder von Orten, Gegenständen und Personen, an denen man sich orientiert, sind ebenfalls hilfreich. Eventuell Datenblätter, wenn es technisch wird, dazu Kartenmaterial, eine Timeline ...

Ihr seht schon, wo das hinführt. Ein Autor benötigt normalerweise mehrere Werkzeuge, um alle Aspekte seines Schreibprojekts abzudecken. Hinzu kommt, dass es anzuraten ist, einen Workflow auszuarbeiten, auf Deutsch, einen Arbeitsablauf, der zu einer strukturierten und qualitätsorientierten Arbeitsweise führt. Dazu gehört auch ein sauberes Versionsmanagement und die Definition einer Schnittstelle, um Manuskripte oder Textpassagen an das Lektorat zu übergeben.

Beginnt man mit der Projektarbeit, dann greift man meist auf Programme zurück, die man bereits kennt und handhaben kann. Das kann zum Beispiel "Microsoft Word" oder ein anderes Textverarbeitungsprogramm sein, mit dem man durchaus einen Roman schreiben kann. Für wirklich umfangreiche Projekte sind solche Programme jedoch weniger gut geeignet. Auch über das zu nutzende Betriebssystem scheiden sich oft die Geister. Ich bevorzuge zwar einen Mac als Arbeitsgerät, aber auch für diese Frage gilt, man sollte das nutzen, womit man gut zurechtkommt.

Folgend ein Beispiel, warum ich mich gegen ein einfaches Textprogramm entschieden habe: Nach aktuellem Stand hat mein Schreibprojekt "Nebular" einen Umfang von 53 Romanepisoden, zehn Millionen Zeichen (1,5 Millionen Wörter), aufgeteilt in verschiedene Editionen und Einzelromane. Setzt man ein traditionelles Textprogramm ein, dann führt das zu einem verwinkelten Verzeichnisbaum, in dem man die einzelnen Manuskripte und Versionen, Titelbilder, Illustrationen und das gesamte Begleitmaterial ablegt. Das Projekt ist aufgeteilt und in verschiedene Manuskripte und Versionsdateien zersplittert.

Ordnung zu halten ist wichtig, sonst verzettelt man sich leicht und macht Fehler. Wer mit solch einem Verzeichnisdschungel zurechtkommt, der ist gesegnet. Mir hat das nicht besonders gut gefallen. Unzufrieden war ich auch mit meinen losen Ideensammlungen. Hyperlinks im Browser für Recherchen hier, Zettel, Notizen und Karteikarten dort. Der persönliche Wunsch ging in die Richtung, »ein Projekt« zu bearbeiten, es zu öffnen und alles, was benötigt wird, an einem Platz zu finden.

Ich begann also meine Suche nach einem professionellen Autorenwerkzeug und war bereit, mich gegebenenfalls auf etwas ganz Neues einzulassen. Zum Glück wurde ich schnell fündig und stieß auf: Scrivener.

Die »App«, vom Mac-App-Store heruntergeladen und zunächst misstrauisch beäugt, entpuppte sich als Offenbarung. Wie ich herausfand, bot das Programm genau jene Funktionen, die mir für die Schriftstellerei wichtig erschienen. Seither nutze ich Scrivener mit steigender Begeisterung. Die Software hat meine Arbeit wesentlich vereinfacht und effizienter gemacht.

Aber was sind denn nun die Alleinstellungsmerkmale von Scrivener, mag sich mancher jetzt fragen. Mehr dazu, in einem der nächsten Artikel.

Screenshots

Das Userinterface

Das Userinterface

Der Redaktionsmodus

Karteikartenansicht

Karteikartenansicht

Übersicht mit Synopsen

Titelbilder und Grafiken

Titelbilder und Grafiken

Grafiken in der Übersicht

Gliederung

Gliederung

Struktur mit Synopsen und Metadaten

Schreiben

Schreiben

Ablenkungsfreies Schreiben

Recherche

Recherche

Ablage von Weblinks und PDF Dateien

 

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